Ballonwoche Flims - Ehrenballon
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Wir sind von jeher eine Handwerkerfamilie. Meine Urgrossväter haben die Dächer der
Bauern in ihren Dörfern gebaut bzw. repariert, ein Grossvater war Zimmermeister, der
andere Strohdecker, mein Vater ist Zimmermeister und ich bin Zimmer- und Dachdeckermeister.
In meiner Familie wollten also alle schon von Haus aus immer «hoch hinauf». Mit Luftsport
hatte aber nie jemand etwas zu tun, was ich einfach auf mangelnde Gelegenheiten
und Möglichkeiten zurückführe. Das änderte sich vor über 20 Jahren schlagartig, als
ich meine erste Ballonfahrt im Audiballon erlebte. Dieses Erlebnis ging mir nicht mehr
aus dem Kopf. Der Gedanke, selbst einmal Ballon zu fahren, kam mir damals aber noch
nicht, da ich einen Riesenrespekt vor der grossen Masse und Trägheit des Ballons hatte
und mir damals nicht zutraute, einen Ballon zu beherrschen.
Also fuhr ich von nun an so oft wie möglich als Verfolger hinterher und liess keine sich
bietende Gelegenheit aus, selbst mitzufahren. So kam es, dass ich 1988 mit Josef
Schneider und seinem Auditeam mit nach Gstaad zu einem Ballonmeeting fuhr und von
dort zu meiner ersten Alpentraversierung startete. Nun war ich endgültig vom Ballonvirus
befallen und hatte nach fünf bis sechs Jahren schon über 30 Alpenfahrten als Mitfahrer
erlebt. Langsam, aber sicher entwickelte sich in mir der Drang, selbst Ballon fahren
zu können.
Anfang 1996 war es dann soweit. Die Gründungsphase meiner Firma war soweit abgeschlossen,
dass ich mir das Ballonfahren zeitlich und auch finanziell leisten konnte. Im
Frühjahr 1997 erwarb ich meinen Pilotenschein und kaufte den ersten Arche-Ballon.
Mittlerweile bin ich selbst über 1000 Stunden Ballon gefahren und kann mir kein schöneres
Hobby vorstellen. Man hat frische Luft, die Nähe zur Natur, ein Hauch von Abenteuer,
Bewegung, gute Stimmung, und jede Fahrt stellt eine neue Herausforderung dar.
Da man Ballonfahren nur mit einer guten Mannschaft betreiben kann, entwickelte sich
nach und nach unser Dream-Team. Von Anfang an war Stephan Hostert während seiner
Studienzeit mein Verfolger. (Heute fährt er selbst Ballon und ist als Informatiker Mitgeschäftsführer
in meiner Firma.)
![]() Ferdi Steffen mit seinem Dream-Team: Jupp, Stephan, Alfred und Claude |
1998 kam Jupp Engel hinzu. Als hauptberuflicher LKW-Fahrer eines Silozuges für Viehfutter
ist er ein Verfolger, von welchem andere Ballonteams nur träumen. Er ist mit Leib
und Seele Autofahrer, kennt bei uns in der Eifel jeden Bauern und Feldweg, ist zeitlich
fast immer disponibel und verfügt darüber hinaus noch einen Orientierungssinn wie eine
Fledermaus. Ein Jahr später traf ich Claude Sales. Er ist Meteorologe, und sein Hobby
ist Ballonfahren. Da er auch menschlich 100-prozentig zu uns passt, ergänzte er optimal
unser Team. Nachdem auch Stephan den Ballonfahrerschein hatte, brauchten wir
einen weiteren Verfolger. Er war schnell gefunden, denn da kam nur Alfred in Frage. Er
ist Schlossermeister, arbeitet seit über 20 Jahren bei uns in der Firma und ist ein absoluter
Ballonfreak. Damit war unser Dream-Team komplett.
Im Jahr 2001 kamen wir zum ersten Mal nach Flims. Wir haben hier schon viele wunderschöne
Ballonfahrten gemacht, und die Ballonwoche entwickelte sich schnell zum
Höhepunkt unseres Ballonjahrs.
2005 feierten meine Eltern hier in Flims mit uns ihre goldene Hochzeit, und wir konnten
mit ihnen eine Ballonfahrt bis ins Emmental erleben. Es vergeht kein Besuch bei ihnen,
bei dem nicht die Rede von Flims, der schönen Landschaft und der guten Stimmung ist.
Wir freuen uns jedes Jahr, hier teilnehmen zu dürfen und die Flimser «Ballonfamilie» zu
treffen. Wir fühlen uns hier in jeder Beziehung pudelwohl, zumal auch der Ballonsport
auf einem sehr hohen Niveau betrieben wird.
Speziell als «Flachländer» (bei uns zu Hause in der Eifel sind die höchsten Erhebungen
800 m) erfüllt sich bei mir mit jeder hochalpinen Fahrt ein Traum.
Ich bedanke mich bei allen, die zum Gelingen dieser einzigartigen Veranstaltung beitragen,
ob als Organisator, Sponsor, Zuschauer oder in sonst irgendeiner Form, und hoffe,
noch lange daran teilnehmen zu können.
Ferdi Steffen mit seinem Dream-Team





